Japanischer Holzschnitt

Letzte Woche habe ich einen Workshop für japanischen Holzschnitt bei der Künstlerin Eva Pietzcker in Berlin besucht. Der japanische Holzschnitt unterscheidet sich von dem herkömmlichen Holzschnitt hauptsächlich durch die Farben, die benutzt werden. Hier wird mit Aquarellfarben gedruckt, dadurch entsteht eine lasierender Farbauftrag und mehrere Farben können so additiv übereinander gedruckt werden. Das Schnitzen der Platten mit den japanischen Messern ist sehr zeitaufwendig und auch das Drucken ist nicht so ganz einfach. Da man aber weder Druckpresse noch giftige Farben oder Lösungsmittel benötigt, ist es eine sehr interessante Technik. Man kann problemlos zu Hause oder sogar auf Reisen drucken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht den japanischen Holzschnitt bei Eva zu lernen und ich bin mit meinem Ergebnis recht zufrieden. Ich werde mir wohl eigene Messer kaufen müssen um weitere Erfahrungen sammeln zu können.

Das ist die Entstehung der 1. und 2. Druckplatte. Ich habe japanische Schnitzmesser und solche der Firma Pfeil benutzt um diese Platten aus relativ weichem Lindenholz herzustellen. Insgesamt gibt es drei Platten für drei verschiedene Farben.

Hier sieht man den Druckvorgang: Die Platten werden angefeuchtet, mit Aquarellfarben und Reispaste bestrichen. Dann wird das feuchte Papier an den Kento-Marken angelegt und mit dem Handreiber (Baren) angerieben. Alle drei Farben werden so exakt übereinander gedruckt. Das präzise Anlegen des Papieres an den Kento-Marken ist dabei von großer Bedeutung.

Das sind zwei Drucke mit unterschiedlichen Farben auf Kozo-Papier. Bei dem "blauen" Bild habe ich mit einer 4. Farbe noch einen Verlauf für den Himmel gedruckt. Besonders gut werden die Ergebnisse auf dem sehr saugfähigen Japanpapier aus Maulbeer Rinde. Die Auswahl des richtigen Papieres ist von besonderer Bedeutung für die Qualität der Drucke.

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Kommentare: 1
  • #1

    Melin (Dienstag, 13 Juni 2017 20:33)

    He cool, sieht interessant aus!